Alfa Romeo Spider 1300 Restauration

Restaurierung Alfa Romeo Spider – Es ist vollbracht!

Boris Hinnerkott, der glückliche Besitzer des Spiders hat gut Lachen – endlich. Vor 4 Jahren, war mit der Restauration angefangen worden, ein Jahr war geplant – vier lange Jahre sind es geworden, aber jetzt ist es soweit, der Alfa fährt wieder.

Rückblick

Ist es realistisch so ein Projekt in der heimischen Garage vorzunehmen…? Wir berichten über die einzelnen Projektschritte der Restaurierung eines Alfa Spiders Baujahr 1977. Ziel ist, den Alfa Romeo im Frühjahr 2013 zu lackieren und zu Beginn des kommenden Sommers die erste Ausfahrt zu unternehmen.
 

“Bis das der TÜV uns scheidet”

… das wäre es jetzt gewesen. Obwohl bei den letzten Hauptuntersuchungen, wenn überhaupt, dann nur Kleinigkeiten an dem Oldtimer zu bemängeln waren, wurde der rote Alfa Spider dieses Mal stillgelegt. Diagnose: “Erhebliche, verkehrsgefährdende Rostschäden”. An den Längsholmen hatte die braune Pest zugeschlagen und ganze Arbeit geleistet. Die Holme waren fast auf ganzer Länge schon zerbröselt. Kann sich das in den zwei Jahren seit der letzten Prüfung so dramatisch entwickelt haben?
Der Alfa Spider ein reines Sommerfahrzeug mit höchstens 2000 km Jahreslaufleistung. Mit Wasser ist der Italiener lediglich bei der Handwäsche in Berührung gekommen. Aber es blieb ja nicht bei den Holmen. Der Kofferraumboden im Bereich des Tanks und die Bodenbleche der Fußräume waren mürbe und müssen ersetzt werden.
 

Hop oder top?

Da Eigner Boris Hinnerkott schon längere Zeit mit einem Ami liebäugelte, stellte sich jetzt die Gretchenfrage – den Alfa Spider für 1000 € an einen Bastler abzugeben und sich nach einem Mustang umzusehen, oder … – Der Gedanke war noch nicht zu Ende formuliert, da legte Ehefrau Marion schon energisch ein Veto ein! “Den Alfa Spider haben wir jetzt schon 22 Jahre, der gehört ja schon zur Familie,” so ihre Argumentation, der sich Boris auch nicht entziehen konnte.
 

Wenn, dann Top

– war nach einer Sichtung und ersten Abschätzung des Aufwandes die Losung. Ein Kfz-Meister aus dem Bekanntenkreis bot seine Unterstützung an und so wurde ein Plan entwickelt, wie man den roten Fastback wieder dahin bekommt, wo er hingehört – auf die Straße!
Aber nicht nur der Rost hatte dem Alfa Spider in den letzten Jahrzehnten zugesetzt. Hier und da stellte sich der Verdacht ein, dass das Blechkleid, als Folge verschiedener Unfälle, verzogen ist. Ein Indikator war, dass das Verdeck sich nur mit großem Kraftaufwand schließen ließ. Auch der übliche Schichtdickentest mit einem Magneten lies die Vermutung zu, dass sich an dieser Karrosse einige Kilogramm Spachtel unter dem schicken roten Lack verbargen.
 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 11/2012

– Holm, Längsträger und Schweller im Bereich der Fahrertür erneuert
– Fahrzeug zu 40 % entlackt und Spachtel entfernt
– Bodenblech Fahrerfußraum erneuert
– Türaufnahme A-Säule mit Reparaturblech instandgesetzt
– Div. kleine Rep.-Bleche angefertigt und eingesetzt
– Richtarbeiten an Bodengruppe und Karrosserie
 

Nächste Schritte
– Das Abschlussblech wird auch noch erneuert, das es verbeult und verzogen ist.
– Der 1300er Motor ist mechanisch gesund, wird aber zur Lackierung ausgebaut.
 

 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 02/2013

– Holm, Längsträger und Schweller im Bereich der Fahrertür erneuert
– Fahrzeug zu 60 % entlackt und Spachtel entfernt
– Bodenblech Fahrerfußraum erneuert
– Türaufnahme A-Säule mit Reparaturblech instandgesetzt
– Div. kleine Rep.-Bleche angefertigt und eingesetzt
– Richtarbeiten an Bodengruppe und Karrosserie
– Schwelllerbereich Beifahrerseite instandgesetzt (noch in Arbeit)
– Türaufnahme A-Säule Beisfahrerseite instandgesetzt (noch in Arbeit
– Motor und Getriebe ausgebaut
 
Das Entlacken und das Entfernen der Spachtelmasse an der Alfa Spider Karosse wird zur “Sisyphus-Arbeit”. An vielen Stellen tuen sich Abgründe auf. Ist der Spachtel erst mal runter, kommen fast überall Durchrostungen, oder Blechdeformationen von mehr oder weniger kleinen Rempeleien im Straßenverkehr zu Tage.
Also es bleibt noch viel zu tun – bis Ostern – denn was hat der Meister nochmal unterstrichen:
“Ostern rollt der Spider wieder auf der Straße!”

“Wir sind gespannt und planen schon die erste Wochenendausfahrt mit unseren “neuen” Alfa”, freut sich Boris auf die Fertigstellung seines Spider.

 

 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 04/2013

“Ostern rollt der wieder …!”, waren die Worte des Restaurierers – wobei er sich zu dem Jahr nicht äußerte.
Ostern 2013 wurde nichts. Aber beim Entlacken am rechten Vorderwagen tauchte nach dem Entfernen von kiloweise Spachtelmasse ein erheblicher, vormals kaschierter Unfallschaden auf.

 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 05/2013

Die Türen waren aufgearbeitet und anstelle von Spachtelmasse war Zinn an den entsprechenden Stellen aufgebracht worden.
Es sollten dann die letzten Maßnahmen zur Vorbereitung für den Lackierer folgen, aber was da zum Vorschein kam, war der Alptraum eines jeden Restaurierers. Nachdem die Karosse völlig von der Spachtelmasse befreit war, ließ sich der wahre Zustand des Spiders erst wirklich beurteilen.
Der Alfa hatte je vorne und hinten einen Unfall gehabt – das war bekannt. Im Detail war aber nicht bekannt, wie der Roadster wieder hergerichtet worden war. Das vordere Abschlussblech war zwar ersetzt worden, konnte aber nicht an den üblichen Schweißpunkten fixiert werde, da die Karosserie in sich verwunden war.
Der Ausbau des Armarturenbrettes gestaltete sich ebenfalls schwieriger als gedacht. Die üblichen Schraubverbindungen ließen sich nicht mehr ausmachen, stattdessen war der Instrumententräger an der Karosserie angeschweißt worden, da die Schraubverbindungen durch den Verzug der Karosse nicht mehr stimmig waren.
Das Abschlussblech im Heck des Spiders war offensichtlich durch mehrfache “Feindberührung” dermaßen deformiert, aber immer wieder ausgebeult und gespachtelt worden, dass hier auch nur ein Tausch in Frage kommt.

 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 08/2013

Richten der Karosserie und Einsetzen der Reparaturbleche.
Das nächste Update war eigentlich für Juni 2013 geplant, aber wie so häufig bei der Restaurierung eines Oldtimers, kommt es anders als man denkt. Aufgrund der doch wesentlich umfangreicheren Blecharbeiten kommt es zu deutlichen Verzögerungen in der ursprünglichen Planung.
Die Restaurierung der Türschweller stehen auf dem Programm. Innen- und Außenschweller müssen neu aufgebaut werden, da die Innenschweller völlig vom Rost zerfressen sind. Die Arbeitsschritte Entrosten, Aufbau der Innenschweller und Anpassung der Außenschweller sind in der nachfolgenden Slideshow dokumentiert.
 

 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 10/2013

Zum Abschluss der Blecharbeiten ist nun die Heckpartie des Spiders an der Reihe. Ursprünglich sollte nur das Abschlussblech erneuert werden, da es anscheinend durch mehrfache “Feindberührung” irreparabel verzogen ist. Aber durch die Entlackung und Entfernung von Dämm – und Korrosionsschutz offenbarten sich auch hier noch einmal unerwartete Abgründe in Form von Rostschäden, die an einem Fahrzeug, das die letzten 20 Jahre nur im Sommer bei Sonnenschein und natürlich trockener Fahrbahn bewegt wurde, nicht erwartet wurden.
 

 

Die Aufnahme des Benzintanks war zu einem Drittel weggerostet. Eine verkehrssichere Befestigung war bei weitem nicht mehr sicherzustellen.
Auf den folgenden Bildern sieht man die einzelnen Schritte des Wiederaufbaus.
 

 

Restaurierung Alfa Spider – Stand 12/2013

Schrauber Jürgen hat es schon so häufig angekündigt, aber jetzt scheint es endlich so weit zu sein – die Blecharbeiten befinden sich in den letzten Zügen. Von vorne nach hinten hat er sich mit Flex und Schutzgas Schweißgerät vorgearbeitet. Immer und immer wieder tauchen neue gravierende Rostschäden auf, so dass viele kleine Reparaturbleche selbst angefertigt werden müssen. Gott sei Dank ist die Ersatzversorgung für die Alfa Spider – Fastback -, was Karosserieteile angeht problemlos. Für Boris` Alfa benötigte Bleche sind alle verfügbar. Quellen gibt es einige, aber die Passform der Teile ist nicht unbedingt bei jedem Hersteller befriedigend. Aber Jürgen hat einen Händler, buchstäblich in der Nachbarschaft, in Bochum ausfindig gemacht, dessen Reparaturbleche seinem Qualitätsanspruch genügen. So kann Anfang Dezember 2013 das Schweißgerät kalt bleiben. Die letzten Feinarbeiten werden in Angriff genommen, wobei mit Zinn Unebenheiten im Blech aufgefüllt werden, was bei älteren Restaurationen des Spiders ausschließlich mit Spachtelmasse gemacht wurde. Im Anschluss wird die Rohkarrosse mit rotbrauner Rostschutzgrundierung behandelt. So vorbereitet wird der Alfa in Kürze dem Lackierer übergeben.

Auf den folgenden Bildern sieht man die einzelnen Schritte der letzten Karrosseriearbeiten.

Restaurierung Alfa Spider – Stand 02/2014

Die Blecharbeiten nun abgeschlossen, jetzt geht es an die Feinarbeiten: Spaltmaße, Übergänge, kleine Beulen werden mit Zinn aufgefüllt und plan geschliffen. Je sorgfältiger hier vorgearbeitet wird, umso weniger hat der Lackierer zu spachteln. Entsprechend zeitaufwändig gestaltet sich auch diese Maßnahme.

Mir klingen Jürgens Worte noch in den Ohren: “Ostern fahrt der wieder!” Ob das dieses Jahr was wird – ich glaube nicht. Aber er hat bei seiner Ankündigung ja auch keine Jahreszahl genannt …

Restaurierung Alfa Romeo Spider – Stand 07/2014

Seit drei Monaten steht der Spider jetzt beim Lackierer, kleinere Vorarbeiten wurden gemacht, aber Lack oder Filler hat die Karrosse noch nicht gesehen. Klar, die Lackierung sollte möglichst preisgünstig werden und deshalb war mit dem Meister vereinbart worden: “Arbeitet d’ran, wenn Ihr Luft habt!”. Aber wie lange soll sich das noch ziehen – vielleicht über den Winter? Dann kommen aber vielleicht die Glatteis-Schäden wieder dazwischen …
 

Restaurierung Alfa Romeo Spider – Stand 01/2015

Der Lackierer hat sich zwischenzeitlich gemeldet und um eine Abschlagzahlung gebeten, also nichts wie hin um den Arbeitsstand zu inspizieren. Man musste schon ganz genau hinsehen, um die abgedeckte Karosse zwischen all dem Sammelsurium zu entdecken. Aber da steht er dann, in einer Ecke der Halle und beim näheren Betrachten war schon einiges zu erkennen. Die Karosserie des Spiders ist gespachtelt, geschliffen, gefillert und wieder geschliffen, grundiert und noch einmal geschliffen worden. Nach Aussage des Lackierers sind die Vorarbeiten alle abgeschlossen und die Planung für die Fertigstellung steht auch schon. In 4 Wochen soll auch das Kapitel “Lackierung” abgeschlossen sein. Die Vorfreude ist groß bei Boris und Marion Hinnerkott, wie wird dem Alfa das neue Farbkleid in “119 – Giallo Prototipo” wohl stehen …
 

Restaurierung Alfa Romeo Spider – Stand 08/2015

Nach langer Funkstille gibt es einiges zu berichten und auch zu zeigen. Der Spider steht nun wieder in seiner Garage – frisch lackiert. Jürgen hat die ersten Anbauteile, Rückleuchten und die hintere Stoßstange montiert und der Alfa sieht endlich wieder wie ein Auto aus. Der Kabelbaum wurde nach Originalschaltplänen erneuert und der kleine 1,3 Liter Motor zerlegt. Eine Motorrevision war nicht nötig, da die typischen “Verschleiß”-Teile noch maßhaltig genug waren. Nach einer sorgfältigen Reinigung im Ultraschallbad oder per Dremel und Drahtbürste konnten die Motorbaugruppen lackiert und wieder montiert werden.

Restaurierung Alfa Spider – Stand 06/2016

Nach langer Pause möchten wir kurz vor der Vollendung noch mal ein Update zu Restaurierung des beigen Alfa Romeo Spider geben. Inzwischen ist der Alfa fast weitestgehend komplettiert. Die Innenausstattung ist vollständig eingebaut. Dabei wurde der Teppich erneuert. Die Sitze waren ja schon vor ca. 15 Jahren neu beledert worden. Boris Hinnerkott hatte zwischenzeitlich ein “neues” Autoradio im Vintage-Look auf der Techno Classica in Essen gekauft. Fast 400 € für das historische Autoradio ist zwar schon eine Ansage, aber der Anbieter ist von Fach und hat die Elektronik überarbeitet und gibt 2 Jahre Garantie auf das Gerät welches funktional um einen Aux-Eingang erweitert wurde, um z.B. ein Smartphone oder einen MP3-Player anschließen zu können.
Aber auch technisch hat sich einiges getan. Motor und Getriebe wurden wurden überarbeitet und komplettiert. Der Verteiler wurde mit neuen Verschleißteilen bestückt. Bei der Montage des Getriebes stellte sich heraus, dass wohl durch einen Auffahrunfall am Fahrzeugheck das Getriebe einen Schlag bekommen hat und das Differential beschädigt hat. Jürgen konnte ein gutes gebrauchtes für 160 € besorgen und der Einbau konnte abgeschlossen werden.
Und was fehlt noch? – Die Räder! Da hat man ja nun gar nicht dran gedacht, sich um die Aufarbeitung der alten Alufelgen zu kümmern. Nach längerer Suche wurde ein Dienstleister in Oberhausen gefunden, der die Alus sandstrahlt, pulverbeschichtet und lackiert. Nur einen Haken hat die Sache, vier Wochen Wartezeit. Ende Juni wird es mindestens werden, aber bei dem aktuellen Wetter …
Dann kann Jürgen den Wagen endlich zur Vollabnahme vorbereiten und auch bei ersten Fahrtest das finale Setup der Motoreinstellungen durchführen.

UPDATE: Die Alufelgen sind von der Aufbereitung zurück. Das Sandstrahlen und Lackieren haben ihnen wirklich gutgetan. Wie neu sehen die zeitgenössischen Alus aber nicht aus, einige Unebenheiten in der Oberfläche sind bei genauem Hinsehen schon zu erkennen.
Bei der Durchsicht der Bremsanlage erlebte Jürgen dann auch noch eine herbe Überraschung. Die Leitungen saßen buchstäblich zu. “Wie konnte der Alfa damals so nur durch den TÜV kommen?” kommentiert er erstaunt. Also mussten die Bremsleitungen noch erneuert und alles gut mit Bremsflüssigkeit “durchgespült” werden.

Der Countdown läuft: -14 Tage!

Der Alfa Spider ist fertig

Nach vier Jahren Garagenrestauration ist es im Oktober 2016 endlich soweit. HU und AU sind gemacht, das Oldtimergutachten erstellt und einige warme Tage laden bestimmt noch vor der Winterruhe zu schönen Ausfahrten ein.
Alfa Romeo Spider 1300 Restauration
Alfa Romeo Spider 1300 Restauration

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