Oldtimer Saisaonstart

Oldtimer – Fit für den Frühling

Der kalendarische Frühling ist da und in Kürze wird sich auch das passende Wetter dazu einstellen. Auch machen sich langsam Entzugserscheinungen und Sehnsüchte bei Ihnen breit. Also höchste Zeit die Gedanken über das “Ausmotten” des Oldtimers in die Tat umzusetzen. Wer unsere Anregungen zum Einmotten für den Winterschlaf im Herbst beherzigt hat, steht jetzt gut da und hat kaum noch etwas zu tun. Wenn Sie aber Ihren Old- oder Youngtimer direkt von der Straße in den Winterschlaf versetzt haben, dann kann schon mal der Großteil eines Samstags draufgehen, um den Klassiker fit für den Frühling zu machen.

Sichtprüfung

Nachdem die eventuell benutzte Autoschutzdecke abgenommen wurde, werfen Sie einen Blick unter den Wagen. Haben sich Leckagen gebildet, aus denen jetzt Flüssigkeiten ausgetreten sind, die sich jetzt als Pfützen oder Flecken auf dem Garagenboden widerspiegeln? Alles trocken? – Um so besser! Trotzdem, jetzt Haube auf und den Blick sorgfältig und konzentriert über alle Aggregate im Motorraum schweifen lassen. Alles trocken an Wasserpumpe und Co.? Stimmen die Flüssigkeitsstände in den Vorratsbehältern? Kühlwasser, Bremsflüssigkeit, weitere Hydraulikflüssigkeiten und Ölstand. Nun sind Schläuche und Riemen dran. Gummi altert – was letzten Herbst noch o.k. war, kann jetzt schon Zeichen der Alterung aufweisen. Drücken Sie, mit Daumen und Zeigefinger, Schläuche die z.B. Kühlwasser führen, ein wenig zusammen. Zeigen sich feine Risse, sollten Sie sich schon mal um Ersatz kümmern und baldig die Schläuche tauschen, denn wer möchte schon auf einer Tour mit geplatztem Kühlwasserschlauch liegen bleiben.
Dann stehen die Riemen auf dem Programm – Keilriemen, Zahnriemen, ggf. Antriebsriemen für weitere Aggregate z.B. Klimakompressor. Fassen Sie den Riemen an und drehen ihn um 45 Grad zur Seite. Zeigen sich auch hier feine Risse oder Verschleißspuren? Dann wäre auch ein baldiger Riementausch notwendig.
Der Luftdruck in den Reifen sollte ja vor dem Winterschlaf um mindestens 1 bar erhöht werden, um Standplatten zu verhindern. Vor der ersten Ausfahrt ist wieder der richtige Betriebsdruck einzustellen, der i.d.R. bei 2 bar (+/- 0,2 bar) liegt. Vergessen Sie das Ersatzrad nicht!

Stromspender einbauen

Nun wird die Batterie wieder eingebaut, die hoffentlich die Winterzeit an einen Erhaltungsladungsgerät verbracht hat. So konditioniert ist sie fit für die neue Saison. Bei nicht wartungsfreien Batterien ist noch der Säurestand zu kontrollieren. Sollte, bei geladener Batterie, Nachfüllbedarf sein, bitte nur destiliertes Wasser benutzen. Jetzt werden die Batteriepole gereinigt und dünn mit Polfett bestrichen. Beim Anschluss der Kabel ist die richtige Reihenfolge wichtig, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Also den Akku einsetzen, Befestigungsbügel montieren, das Kabel mit dem Pluspol anschließen und anschließend das Massekabel.

Oldtimer Pflege

Wenn nicht schon im Herbst vorgearbeitet, steht jetzt eine Pflege-Einheit in Form einer Außen- und Innenreinigung an. Wenn möglich, sollte eine schonende Handwäsche einer Waschstraße oder der Selbstreinigung mit Hochdruckreiniger, vorgezogen werden. Im Innenraum werden Kunststoffteile mit Cockpit-Spray oder noch besser mit Armor All Kunststoffpflege aufgefrischt. Armor All frischt dabei nicht nur den Farbton auf, sondern pflegt dabei und hilft der Versprödung des Materials vorzubeugen.
Lederpflege kann nie schaden, wäre aber auch besser im Herbst durchgeführt worden, um dem Mittel Zeit zu geben, in Ruhe in das Leder einzuziehen.


Oldtimer Probefahrt

Vor der Probefahrt wird noch schnell die Beleuchtungsanlage komplett geprüft, dies ist in wenigen Minuten gemacht und bringt Ihnen ein Plus an Sicherheit im Straßenverkehr.

Bei der ersten Ausfahrt ist gerade bei älteren Fahrzeugen Besonnenheit gefordert. Aber grundsätzlich gilt für alle Fahrzeuge nach längerer Standzeit, dass der Motor behutsam warm gefahren werden sollte, damit das warme Öl alle zu schmierenden Teile des Motors erreichen kann.

Vorsicht ist auch bei der Bremsanlage geboten. Vor dem Losfahren erstmal “pumpen”, um zu sehen, ob sich Luft im Bremssystem gebildet hat. Das zeigt sich dadurch, dass sich das Bremspedal beim ersten Tritt tiefer durchtreten lässt, als bei den folgenden Betätigungen des Pedals. Auch kann sich Korrosion in Bremstrommeln und auf den Bremsscheiben gebildet haben, was dazu führt, dass bei den ersten Bremsungen mit einer zum Teil stark verminderten Bremsleistung zu rechnen sein kann. Achten Sie auch darauf, ob die Bremsen gleichmäßig ziehen und nach dem Lösen der Bremse die Räder wieder frei laufen. Sollten Sie hier Unregelmäßigkeiten feststellen, bringen Sie Ihren Klassiker bitte umgehend in eine Werkstatt Ihres Vertrauens!

Achten Sie auch auf ungewöhnliche Geräusche, die vom Motor, Fahrwerk oder der Karosserie kommen, denn jetzt nach der Winterpause sind alle Eindrücke noch “neu” und während der Saison hat man sich schnell an das ein oder andere Pfeifen, Quietschen oder Klappern gewöhnt.

So gerüstet bleibt uns jetzt nur noch Ihnen “Blue Sky und allzeit gute und sichere Fahrt in die neue Saison zu wünschen!

Text & Foto: Reinhard Dutschke

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