Chris William auf Packard-Bentley auf Schloss Dyck 2018

Chris Williams – mit Packard-Bentley auf Schloss Dyck

Chris William auf Bentley bei den Classic Days auf Schloss Dyck 2018Chris Williams – ein Bentley Boy von echtem Schrot und Korn – ist auch 2018 mit zwei seiner Bentley Pretiosen ins Westfälische Jüchen gereist. Mit im Gepäck seine beiden Bentley Specials, mit denen Williams bei den Classic Days auf Schloss Dyck auf die Rundstrecke geht. Und wie speziell die beiden Bentleys sind, das zeigt der Brite, mit dem charakteristischen Bowler-Hat, am 2. August Wochenende 2018 bei den Classic Days auf Schloss Dyck.

Bentley mit 1.500 PS

Williams’ Packard-Bentley der auf den Frauennamen „Mavis“ hört, zählt zu den beiden Specials, die der charismatische Brite sein Eigen nennt. Wie er selbst über “Mavis” sagt, ist das 1.500 PS Monster ein Produkt aus der größten jemals gemachten Verschwendung von Zeit, Geld und Ingenieurleistung, um so ein verrücktes Gefährt zu bauen. Der Packard-Bentley ist eine wahre Beschleunigungsbestie, auch wenn Bremsen und Kurven fahren nicht seine Stärken sind.

Packard-Bentley mit Bootsmotor

220 PS seines 1930er Bentley 8-Liter waren Chris Williams dann wohl doch zu gewöhnlich, dass er sich entschloss eine Leistungssteigerung vornehmen zu lassen. Dieses Bentley Tuning fiel dann schon sehr ungewöhnlich aus, denn wenn, dann schon richtig, muss wohl die Devise gewesen sein. Die Wahl fiel auf einen Packard Bootsmotor, der in das 8 Liter Chassis implantiert wurde. Fast exakt zeitgenössisch, denn mit einem Motor, der aus einem Weltkriegs Patrouillenboot der US-Marine stammt, wurden 2010 hier auch fast nur Oldtimer Teile verbaut.

Leistung aus dem Vollen

Beeindruckend sind schon die 12 kurzen, dicht an dicht gestaffelten Auspuffrohre, jeweils auf beiden Seiten der schier endlos langen Haube. Sobald Williams den 12 Zylinder mit sage und schreibe 42 Litern Hubraum zum Leben erweckt, verwandeln sie das Umfeld in einen heißen Tornado. Geht der “Bowler-Hat-Man” dann mit dem Packard-Bentley mal richtig auf’s Gas, dann gönnt sich das Kompressoraggregat schon mal so 14 Liter Kraftstoff pro Minute. Der Spaß muss aber auch nicht nur ein paar Minuten anhalten, denn Chris Williams hat vorgebaut, mit einem Kraftstofftank mit 200 Liter Fassungsvermögen.

Auto, Boot, Flugzeug, …

Der umtriebige Brite hat diesem Projekt natürlich unnachahmlich seinen Stempel aufgedrückt. Getreu dem Motto: “Nur fliegen ist schöner”, hat der Bentley mit dem Bootsmotor auch stilistische Anleihen an die Luftfahrt bekommen. Betrachtet man das Armaturenbrett, findet man Bordinstrumente und Schalter, wie man sie in einem Kampfflugzeug des zweiten Weltkriegs vermuten würde. Zufall ist das nicht, denn der Konstrukteur, der das Cockpit gebaut hat, kommt aus der Luftfahrt. Und unter dem Kordel umwickelten Lenkrad findet man sogar einen Auslöser für die Bordkanonen einer Spitfire (Brit. Kampfflugzeuges im II. Weltkrieg). Nicht aber, dass der Packard-Bentley Bewaffnung nötig hätte, auch wenn die beiden seitlich am Chassis angebrachten Öltanks ziemlich nach Torpedos aussehen.

Chris & Mavis

Wo William mit “Mavis” auftaucht und die Lady zum Leben erweckt, werden “Man and Machine” schnell zum Publikumsmagneten. Gerne lässt sich Chris von Interessierten ins Gespräch verwickeln, dann wird er auch gerne mal philosophisch: “Betrachtet man einen Wagen wie diesen, kann man keine herkömmlichen Maßstäbe ansetzen. Er hat keinen praktischen Nutzen und kann noch nicht mal gut bremsen oder Kurven fahren. Chris William auf Bentley bei den Classic Days auf Schloss Dyck 2018Aber in gewisser Weise verdient der Packard-Bentley Anerkennung für seine pure Existenz. Baut man ein Auto, das keinen Regeln folgt, ist es zumindest faszinierend zu sehen, wie weit die Grenzen der Motorentechnik von denjenigen, die wissen, wie man Autos baut, vorangetrieben werden können.”

Chris Williams ist Mitglied des Oxfordshire Vintage Sports Car Club.

Classic Days auf Schloss Dyck

Text und Fotos: Reinhard Dutschke

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