Rostentfernung mit dem Dremel Multi

TEST: Presto – Rostumwandler

Der Kampf gegen den Rost kann zu einer Sisyphus-Arbeit ausarten, wenn man eine dauerhafte Lösung anstrebt aber nicht die richtige Strategie oder das richtige Material hat. Unseren Test mit dem Presto-Rostumwandler haben wir an einem Mercedes W210, einer E-Klasse Limousine von 1997, durchgeführt. Sonst sehr solide, ist die Baureihe für besondere Korrosionsanfälligkeit bekannt.

Testobjekt Mercedes E-Klasse Bj 1997

Rost wo man hinschaut: Vor den Radläufen, an den Radläufen, hinter den Radläufen – rundum. Vor den Einstiegen und den Kanten der Kofferraumklappe macht die braune Pest auch nicht Halt. Ansonsten handelt es sich bei dem Benz um einen recht gepflegten Wenigfahrer-Garagenwagen.

Dremel Multi Rostentfernung
Dremel Multi Rostentfernung

Arbeitsumfang

Ziel ist es, an einem Samstag in einer Rundummaßnahme alle Roststellen zu bearbeiten. D.h. Rost entfernen, Blech mit Rostumwandler stabilisieren, grundieren und lackieren. Der Anspruch an das Endergebnis ist dem Alter und dem sonstigen Zustand des Mercedes geschuldet – durchschnittlich. Besondere Lackierkünste sind nicht gefordert, aber dauerhafter Rostschutz.

Material u. Werkzeug

Also los geht’s:
– Presto Rostumwandler Spray
– Zinkgrundierung (Spray)
– Metallic-Lack schwarz und Klarlack (Spray)
– Dremel Multi

Arbeitsschritte


1. Schritt Entrostung
Die besagten Roststellen sind zwar zahlreich, aber es sind keine Durchrostungen zu verzeichnen. Effiziente Entrostung ist die Grundlage für eine dauerhafte Rostvorsorge und den nachfolgenden Lackaufbau. Das geht mit Schleifpapier und Schleifklotz, mit dem Dremel Multi ist das aber in einem Bruchteil der Zeit möglich, kraftschonender und mit einem perfekten Ergebnis. Bewährt haben sich hier kleine „Schruppscheiben“, wie man sie auch von dem Trennschleifer/Flex her kennt. Als Vorsatzwerkzeug für den Dremel sind die kleinen Schruppscheiben aber nur ca. 40 mm im Durchmesser.

2. Schritt Rostumwandlung
Der Presto-Rostumwandler wandelt das im Rost enthaltene Eisen in stabile schwarze, anorganische Eisenkomplexe um. Zur Bildung von Komplexen (Chelate) kommen mehrwertige Säuren wie beispielsweise Phosphorsäure zum Einsatz. Dabei wird das dreiwertige Eisenoxid zu dreiwertigem Eisenphosphat und Wasser umgewandelt.

Dieser Umwandlungsprozess dauert einige Minuten bis zu einigen Stunden, je nachdem, wie dick die Rostschicht ist. Mit dem Dremel Multi entfernen wir aber losen Rost soweit, dass durchweg blankes Metall, mit nur geringen Rostnarben, zum Vorschein kommt. Das Auftragen des Rostumwandlers erfolgt aus der Spraydose sparsam und gleichmäßig. Nach nur wenigen Minuten signalisiert die dunkle Verfärbung der Metalloberfläche, dass die chemische Reaktion abgeschlossen ist.

3. Schritt Lackaufbau
Im nächsten Schritt tragen wir Zinkspray als Filler und kathodischen Korrosionsschutz auf die trockene Oberfläche auf. Eine Feuerverzinkung ist zwar wirksamer, aber selbst KIA schützt den KIA Sportage II erfolgreich (lt. Auto Motor Sport 100.000 km Dauertest) mit einer Tauchverzinkung, anstatt der kostspieligeren Feuerverzinkung. Da auch der Zinkspray sehr schnell durchtrocknet, können wir im Anschluss direkt den schwarzen Metallic-Lack und nachfolgend den Klarlack aufbringen.

4. Schritt Finalisierung
Zum Abschluss werden Sprühnebel und leichte Übergänge im Lack mit der Poliermaschine und Polierpaste nachgearbeitet.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, als „Smart-Repair Light“ könnte man die Aktion bezeichnen. Das eine Ziel ist erreicht, wir haben die ca. 25 Roststellen an einem Samstag Nachmittag mit zwei Personen bearbeitet bekommen.

5. Testergebnis
Der Presto-Rostumwandler ließ sich sehr gut verarbeiten. Die stabile, Rost-schützende Schutzschicht stellte sich schnell und gleichmäßig ein. Ca. ein Jahr nach der Maßnahme sind noch keine erneuten Rostbläschen sichtbar. Wir werden ein Auge darauf haben …

Unsere Empfehlung: Sehr empfehlenswert.

Text und Umsetzung: Reinhard Dutschke, Klaus Stumpe

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