Techno Classica 2016

28. Techno Classica 2016

Die Weltmesse der automobilen Leidenschaft – öffnete vom 6. bis 10. April 2016 in Essen wieder ihre Pforten. Mit mehr als 1.250 Ausstellern aus über 41 Nationen bestätigte die 28. Techno-Classica auch 2016 wieder ihren Stellenwert als Nummer 1 der internationalen Klassiker-Messen.

Was 1989 als kleine Oldtimer Messe anfing, hat sich auch für die Stadt Essen zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor entwickelt. Wer einen Oldtimer kaufen, ersteigern oder restaurieren (lassen) will, nach Ersatzteilen sucht oder die Markenclubs mit Gleichgesinnten treffen möchte, ist auf der Techno Classica richtig aufgehoben. Aber auch wer einfach nur als Fan von klassischen Automobilen nach Essen kommen will, wird auf seine Kosten kommen, da ca. 25 Automobilhersteller ihre ganz besonderen Klassiker in aufwendig gestalteten Inszenierungen präsentieren.

Mille Miglia auf der Techno Classica 2016

Der Veranstalter, S.I.H.A. hat sich für dieses Jahr etwas ganz besonderes einfallen lassen. In der Show-Halle 6 dreht sich alles um das Motto Mille Miglia 1955.
Hier gibt es einige der berühmtesten Rennwagen, die 1955 am wohl härtesten Straßenrennen seiner Zeit teilgenommen haben. Ein Mercedes-Benz 300 SLR sticht besonders hervor. Mit diesem Auto, eine Leihgabe des Mercedes Museum Stuttgart, gelang dem argentinischen Rennfahrer Juan Manuel Fangio auch ohne Beifahrer nach 1.597 Rennkilometern ein unglaublicher zweiter Platz der Mille. Als weitere Boliden werden voraussichtlich ein Ferrari 750 Monza, ein Porsche 550 Spyder und ein Maserati A6 GCS zu sehen sein.

Das war die Techno Classica 2016

Jedes Jahr das gleiche – die Vorfreude auf die Techno Classica ist zwar groß, aber man stellt sich immer wieder diese Fragen: Welcher ist der beste Tag für einen Messebesuch? Wie lässt sich die Anreise am bequemsten organisieren? Wie plant man den Messerundgang, damit man wirklich alles gesehen hat? Und im Anschluss: War das alles die Mühen wert?

Der beste Tag

Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag oder vielleicht Mittwoch zum Preview-Day? –  Alle Tage, bis auf den einen, haben eins gemeinsam: Ab Mittag wird es voll und zwar so voll, dass es vor manchen Exponaten oder Ständen zu Gedränge kommt. Die Ausnahme ist der Preview Day – Mittwoch, an dem erst die Tore um 14 Uhr geöffnet werden. Das Gedränge beginnt erst dann, wenn die Anzugträger aus ihren Büros kommen.

Also hilft nur eins – früh aufstehen, um 9 Uhr am Eingang sein, nur so hat man die Chance auf 3 bis 4 Stunden Bewegungsfreiheit auf der Techno Classica in Essen.

Porsche – überall Porsche

Wer vor einigen Jahren beim Besuch auf der Techno Classica noch gezögert hatte und sich nicht durchringen konnte, sein Sparbuch aufzulösen, um sich den Traum vom alten 911er zu erfüllen, wird heute festgestellt haben, dass trotz Zinsen auf dem Büchlein, das Gesparte bei weitem nicht mehr reicht. Zwar stehen wo man hinschaut 911er auf der Messe, aber unter 50.000 € ist da nichts im Angebot – welches preislich nach oben offen ist. Selbst für alte 911er Typen von der Stange werden dann schon mal 250.000 € aufgerufen. Fragt man den Verkäufer nach einer Begründung, macht nicht das Auto an sich den Preis aus, sondern die Story drumrum. Dabei waren viele von den hochpreisig ausgezeichneten Elfern nicht wirklich erstklassig in Schuss und eine belegbare Historie – Fehlanzeige. Vielmehr hatte es den Anschein, dass die darauf spezialisierten Belgier und Holländer nun wirklich alles, wo Porsche draufsteht, aus Übersee zusammengekarrt haben, schnell aufgehübscht und ab zur Techno Classica nach Essen.

Markt in der Sättigung?

Man wundert sich schon, wie in diesem Jahr so viele höchstpreisige Oldtimer (>1.000.000 €) ins Angebot auf der Techno Classica kommen. Mir sind alleine 4 BMW 507 aufgefallen und da ist das Exponat auf dem BMW Stand nicht mitgezählt. Öffnet jetzt doch mancher Sammler oder Anleger schon sein Garagentor, da die Chancen auf traumhafte Gewinne, für Fahrzeuge, die frühzeitig eingekauft wurden realisiert werden können? Aber die Preisspirale wird sich nicht endlos gen Himmel drehen. Sicher wird es immer die ganz besonderen Fahrzeuge geben, die auch den ganz besonders exorbitanten Preis rechtfertigen. Aber der Abwärtstrend beginnt schon jetzt für nicht perfekte Oldtimer, die in den letzten Jahren preislich überproportional von dem Boom profitiert haben. Hinzu kommt, dass der Hype vielleicht schon im Abflachen begriffen ist, die Interessenten kaufen nicht mehr blind und verfügen inzwischen auch über einen gewissen Sachverstand. Dazu beigetragen hat bestimmt auch die steigende Akzeptanz von einschlägigen Autosendungen, Oldtimer Magazinen und Internetforen.

Und zum Abschluss

Hat sich das gute, wohlige Gefühl wieder eingestellt, wie in den Jahren zuvor? Nein, leider nicht. Ich konnte mich auf der Techno Classica 2016 nicht wirklich wiederfinden. Und werde ich nächstes Jahr wieder kommen? Nee, weiß nicht, vielleicht, kann sein, bestimmt …

Text und Fotos: Reinhard Dutschke

 

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