Oldtimer Lederpflege

Oldtimer Lederpflege

Verschiedene Lederpflege Produkte haben wir schon getestet, zweifelsohne pflegen sie alle mehr oder weniger das wertvolle Leder. Deutliche Unterschiede gibt es aber in der Anwendung. Wer sich bisher immer gerne um die aufwändige, teilweise kraftraubende Prozedur gedrückt hat, den wird der nachfolgende Artikel interessieren. Hier unsere Erfahrungen rund um die Lederpflege.

Reinigung

Bevor wir mit der Lederpflege anfangen, müssen die Ledersitze, die Türverkleidungen oder das Lederlenkrad vorgereinigt werden. Loser Schmutz wie Staub, Krümel oder sogar Sand werden mit dem Staubsauger entfernt. Insbesondere Cabrio-Fahrer können von diesen meist hartnäckigen Verschmutzungen ein Lied singen – hier sollten die Reinigungsintervalle viel kürzer angesetzt werden als bei geschlossenen Autos. Mit einem Pinsel werden dann die Sitzfugen gereinigt, da sonst der Staubsauger hier meist erst im zweiten oder dritten Durchgang ein zufriedenstellendes Ergebnis bringt.
Anschließend werden die Sitze mit einem feuchten Tuch abgewischt. Hierzu bietet sich ein altes Geschirrtuch, ein altes Handtuch oder ein nicht mehr benötigtes T-Shirt an. Zum Reinigen der Ledersitze von festsitzenden Verschmutzungen wird das Tuch mit handwarmem Wasser angefeuchtet. Aber bitte nur anfeuchten, ein triefnasses Tuch würde das Leder durchfeuchten, was wir auf jeden Fall vermeiden wollen. Achten Sie darauf, keine Ecken und Fugen und Nähte zu vergessen. Für stärkere Verschmutzungen bietet sich zur schonenden Reinigung glyzerinreiche Lederseife an, oder wer die nicht zur Hand hat kann auch Polsterreinigungsschaum verwenden. Wichtig hierbei ist es, nur partiell in kleinen Abschnitten zu arbeiten und die Feuchtigkeit und den gelösten Schmutz schnell mit einem weichen langfaserigen Tuch aufzunehmen. Ansonsten zieht die Feuchtigkeit in das Leder ein, bzw. der gelöste Schmutz trocknet wieder an. Danach mit einem trockenen Baumwolltuch nachwischen und das Leder trocknen lassen.

Lederpflege

Wir beginnen mit der eigentlichen Lederpflege an einer nicht direkt ins Auge fallenden Stelle und prüfen das Leder auf Farbechtheit – z.B. an der Rückseite der Rückenlehne. Lederpflegeprodukte sind normalerweise zwar nicht schädlich für Kunststoffteile, Lack, Chrom-, oder Holzteile, können aber bei zu großzügiger Verwendung angrenzende Bereiche verschmieren. Jede Lederfarbe, auch Bicolor und gelochtes Leder (z.B. bei Sitzen mit Sitzheizung) können behandelt werden. Farbig abgesetzte Nähte stellen auch kein Problems dar und müssen im Gegensatz zu angrenzenden Stoffpartien nicht abgedeckt werden.

Produktempfehlungen

Bei der Auswahl der Lederpflege Produkte gibt es einiges zu beachten. Ähnlich wie dem eigenen Kampf von altersbedingten Falten werden vielen Produkten schier unglaubliche Wunderwirkungen zugesprochen. Angefangen mit der Empfehlung von Hausmitteln an bierseeligen Stammtischrunden aus Oma’s Küche. Finger weg davon – denn tierische Fettprodukte können ranzig werden und dann war es das mit dem tollen Lederduft.
Lederspray, Lederlotion oder Lederbalsam – was scheint wohl schon vom Namen her als bestes Pflegemittel geeignet? Balsam klingt gut, hat aber meist eine sehr festere Konsistenz und das bedeutet Arbeit. Es lässt sich nur mit Kraft und mühevoll gleichmäßig aufbringen. Beim Auspolieren das gleiche Spiel und dann noch das Problem bei gelochtem Leder – hier setzen sich die Löcher zu und durch die feste Konsistenz des Balsams hilft nur noch ein Fön oder das Cabrio bei geöffnetem Verdeck in die Sommersonne stellen, damit das Balsam sich verflüssigt und ins Leder einzieht. Lederlotion lässt sich da viel einfacher aufbringen und auspolieren nur getoppt vom Lederspray, wobei die Lotion stärker aufgetragen wird und somit das Leder besser nährt.

Ob Bienenwachs, Lanolin (Wollfett) oder rein synthetische Produkte – hier kann man es wieder halten wie mit der Antiagingcreme für Mutti. Ausprobieren und schauen ob das Resultat der eigenen Wunschvorstellung am nächsten kommt. Denn neben einem seidigen Glanz des Leders, einer weichen Haptik und einem angenehmen Geruch spielt auch die Nachhaltigkeit der Pflegeprozedur eine Rolle, denn wer will schon bei jeder Autowäsche auch noch eine Lederpflege durchführen?

Also Pflegesubstanzen gem. der jeweiligen Pflegeanleitung aufbringen und gut einwirken lassen, damit die nährenden Öle auch die tieferen Bereiche des Leders eindringen können. Zum Auspolieren bietet sich auch hier wieder ein sauberes Baumwolltuch an.

Ich persönlich nutze für gut erhaltenes Leder am liebsten eine Lederpflege Lotion, wie die von Aldi. Gute Erfahrung mit der Lotion von Chem-Tool hat Leser H. Klink bei schon verwittertem Leder gemacht. Chem-Tools Lederpflege ist ein Produkt, das aus 100 % syntetischen Komponenten besteht. Den Erfahrungsbericht von H. Klink finden Sie hier.

HINWEIS: Für Schäden die hieraus entstehen, können gegen den Verfasser keine Ansprüche geltend gemacht werden. Die Tipps und Hinweise sind nach besten Wissen und Gewissen zusammengestellt worden.

Text & Foto: Reinhard Dutschke

 

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