Mille Miglia 2015

Die Mille Miglia, die Königin unter den Oldtimer Rallyes lockte in diesem Frühjahr 450 offizielle Teilnehmer mit Ihren historischen Fahrzeugen nach Norditalien. Begleitet durch viele Motorsport-Enthusiasten auf und neben der Strecke meinte es das Wetter diesmal gut mit den Fahrern und ihren wertvollen Rennwagen. Starttag war der 14. Mai, an dem sich Oldtimer und ihre stolzen Besitzer in Brescia einfanden, um den Geist dieses einmaligen, historischen Rennsportereignisses wieder aufleben zu lassen.

Historisches zur Mille Miglia

Zu verdanken haben wir das Rennen, vier jungen Männern aus Brescia: Graf Franco Mazzotti, Graf Aymo Maggi, Renzo Castagneto und Giovanni Canestrini, die im Winter 1925 die Idee hatten, ihre Heimatstadt Brecia zu einem Zentrum des Motorsports zu machen. Ziel war die Veranstaltung eines spektakuläres Straßenrennens, dass die Italienische Rennfahrerelite in das beschauliche Provinzstädtchen, 20 km östlich vom Gardasee, locken sollte.
Am 26. März 1927 war es dann soweit und der Startschuss für das Straßenrennen von Brescia nach Rom konnte für 77 Starter erfolgen. Die Streckenlänge von ungefähr 1600 km entsprach in etwa 1000 englischen Meilen und so war der Name des Rennens geboren – die Mille Miglia.
Unter den Siegern der Folgejahre waren zumeist Italiener zu finden, die mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 70 bis 100 km/h die begehrte Mille Miglia Trophäe gewinnen konnten. Den ewigen Rekord stellten aber 1940 Huschke von Hanstein und Copilot Walter Bäumer mit 166,69 km/h in einem BMW 328 Touring Coupé auf. Nach 1945 konnte nicht mehr an solchen Speed angeknüpft werden. Die mit Abstand beste Nachkrigszeit erreichte Mercedes mit Stirling Moss und Denis Jenkinson auf einem SLR300, die nach 10 Stunden 7 Minuten und 48 Sekunden das Ziel erreichten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 158,00 km/h.

Das Rennen

Als reines Straßenrennen auf öffentlichen, teils geschotterten Wegen und Straßen, das aber gleichzeitig immer schneller wurde, kam es im Jahr 1957 nach einem Reifenplatzer an dem Ferrari von dem Spanier Alfonso de Portago zu einem folgenschweren Unfall. Neben dem Fahrer und seinem Beifahrer gab es noch 10 weitere Todesopfer, darunter 5 Kinder.
Die Mille Miglia wurde dann nur noch als Rennen auf abgeschlossenen Strecken bis 1961 durchgeführt. Heute haben die Fahrer 4 Tage Zeit um die Strecke über die Zwischenziele in Rimini, Rom, Parma und zurück nach Brescia zu bewältigen. Dabei müssen die Mille Miglia Piloten Zeitvorgaben in Form von Gleichmäßigkeitsprüfungen auf den Teilstrecken erfüllen. Da sich immer mehr andere organisierte Sportwagentouren anschließen und mehr oder minder gleichzeitig die Strecke abfahren, ist das Spektakel in der Neuauflage umso interessanter. Neu trifft Alt.
Auf unserer Urlaubstour in diesem Jahr hatten wir das Glück die berühmteste Oldtimer Rallye ca. 15 km hinter Siena zu verfolgen.

Wenn die historischen Wagen mit lautem Getöse an den Zuschauern vorbeirauschen, staunt man nicht schlecht, denn langsam sind sie mitunter wirklich nicht unterwegs. Moderne Technik wie Bremskraftverstärker, Servolenkung, ABS, usw. gehören nicht zur Ausstattung, so ist das ganze Können der Fahrer gefordert. Da ist Autofahren noch richtige Arbeit und die Könner unter den Mille Miglia Teilnehmern können sich in den Sonderprüfungen beweisen und nicht in schnellen Etappenzeiten.

Die Atmosphäre und Stimmung an der Strecke war einzigartig. Uns hat der Mille Miglia Virus infiziert und so werden wir im nächsten Jahr garantiert wieder an der Strecke dabei sein!
 

Text und Fotos: Christian Tettschlag

 

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