Probefahrt: Mazda MX-5 Miata (Typ NA)

Ohne Probefahrt hatten wir 1994 einen Mazda MX-5 Miata bei einem Importeur in Willich bestellt. Nur Probesitzen war möglich, aber das Feuer war sofort entfacht. Silber oder British-Racing-Green hätte er sein sollen, aber der Blaue Miata im Showroom des Importeurs ließ uns unsere Meinung ändern und so bestellten wir unseren MX-5 in Lagunablue-Metallic. Der Importeur orderte den Roadster in Kanada – Ersparnis, inkl. Umrüstung und TÜV-Abnahme, 8.000 DM gegenüber der UVP in Deutschland.

Probefahrt

Wieselflink geht der kleine Roadster um die Kurven. 131 PS sorgen für ordentlich Vortrieb und in engen Kurven lässt sich sogar relativ einfach driften. Das Fahrwerk ist ausreichend straff abgestimmt und in Verbindung mit Rädern, die etwas mehr Niederquerschnitt aufweisen als die Originalen, spürt man sofort, dass der MX-5 spürbar straffer auf der Straße liegt und jede Tieferlegung eigentlich überflüssig ist. Was sagte der honorige Rennfahrer Strietzel Stuck noch über den kleinen Japaner, „Fährt sich wie ein GoKart!“.
Die Sportsitze sind recht bequem und liefern ausreichend Seitenhalt. Bei längeren Urlaubsstrecken wird es insbesondere bei Personen über 1.80 m schon etwas eng im Cockpit und man weiß nicht so richtig wo man seine Beine hinsortieren soll, um wieder eine bequeme, entspannte Sitzposition zu erlangen. Der Verbrauch des agilen 1,8 Liter Motors ist angemessen. Im gemischten Betrieb ca. 7,8 Liter – scheucht man ihn auf der Autobahn, können daraus aber auch schnell 9-10 Liter werden.

Zuverlässigkeit

ist Programm für den kleinen Roadster. Der Motor, aus dem Mazda Regal entliehene Großserientechnik des Mazda 323, ist robust und gut für 300.000 – 400.000 km, etwas Pflege vorausgesetzt. Nur vereinzelt treten klappernde Hydrostößel auf, entweder durch Verschleiß oder Ablagerungen. Bei unserem Wagen verschwand das Klappern, durch das Verkürzen der Ölwechselintervalle, nach einiger Zeit von alleine. Sollte das nicht helfen, könnte Verschleiß vorliegen, aber auch hier gibt es Abhilfe, zumindest im Anfangsstadium. Es empfiehlt sich etwas „dickeres“ Motor-Öl einzufüllen. Ein 10W40 anstelle eines 5W40 lässt das Öl weniger schnell aus den „Hydros“ fließen, was das Klappergeräusch dämpft. Ein weiterer positiver Effekt: Der betagte Motor läuft etwas ruhiger.
Die hinteren Bremssättel neigen gelegentlich dazu mit der Zeit an „Beweglichkeit“ zu verlieren. Nach 115.000 km waren sie an unserem MX-5 Miata „fällig“. Wer einiges an Geld sparen will, nimmt keine neuen Sättel aus dem Mazda Regal, sondern „Reworkte“. Das sind Original-Bremssättel, die von Fachfirmen überarbeitet worden sind -optisch von Neuware nicht zu unterscheiden, mit erneuerten Verschleißteilen.

Das Vinyl-Verdeck

ist zwar kein Dauerläufer, aber mit etwas Pflege und „Rücksicht“ auf die Schwachstellen, kann es schon, wie in unserem Fall, 20 Jahre halten. Die aus weichem Kunststoff gefertigte Heckscheibe verkratzt leicht (insbesondere, wenn man den Reißverschluss vor dem Öffnen des Verdecks nicht löst) und erblindet vereinzelt auch. Kleinere Kratzer kann man mit einer geeigneten Politur wieder beseitigen.
Die oberhalb der Seitenscheiben befindlichen Verdeck-Keder sind besonders beansprucht. Hier verliert das Vinyl mit den Jahren seine Geschmeidigkeit, da sich die Weichmacher aus dem Kunststoff nach und nach verflüchtigen. Bei geöffnetem Verdeck entsteht eine 180 Grad Knickstelle an der der Keders mit der Zeit einreißt. Der Riss setzt sich dann in die Verdeckhaut fort und dann ist ein Austausch fällig.

Ob man deshalb seinem Verdeck mit einem Hardtop in der Wintersaison einen Gefallen tun, wage ich zu bezweifeln. Ansonsten hat sich nach 22 Jahren (2016) und 145.000 km an unserem MX-5 Miata noch keine Panne eingestellt, lediglich die Wasserpumpe wurde undicht, was man aber als natürlichen Verschleiß werten kann.

Rost beim MX-5 (NA)

Leider bleibt der MX-5 davon nicht verschont. Je nach dem das Auto Streusalz ausgesetzt wurde und Schmutzansammlungen in den Radläufen nicht regelmäßig entfernt werden, kann der Rostfraß besorgniserregende Ausmaße annehmen. Rost in den Tür-Schwellern vor den Radkästen der Hinterachse. Wasser dringt in den Schweller ein, das nicht durch die Wasserabläufe des Verdecks abfließen kann. Beispielsweise kann Laub den Abfluss verstopfen – und ob die Reinigung im Rahmen einer Inspektion durchgeführt wird, wage ich zu bezweifeln. Aber auch gepflegte MX-5 sind gefährdet – also aufpassen!
Aber hätte ich nach 22 Jahren noch meinen MX-5 Miata, wenn er nicht rundum ein tolles Auto wäre – bestimmt nicht!

Selbst Matthias Malmedie, GRIP-Testfahrer bei RTL2 hat eingestanden, dass sein Herz für den MX-5 NA schlägt – einen Roten hatte er früher selbst gefahren.

Fortsetzung mit Details zu Wartung und Pflege des MX-5

Mehr zum Thema: Mazda MX-5 Special


<div align=“right“> Text und Foto: Reinhard Dutschke<div/>

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*