Lackpflege

Lackpflege bei Old- und Youngtimern

In vier Schritten zu neuem Glanz: Ein Samstag im Mai, aber nicht gerade das richtige Wetter für eine schöne Cabrio- oder Oldtimer Ausfahrt? Dann ist Zeit für eine intensive Lackpflege des Klassikers. Gerade auf schwarzem Lack fällt jeder noch so kleine Kratzer bei entsprechendem Lichteinfall deutlich ins Auge. Hier haben wir einige Tipps zusammengestellt, wie Sie diesen kleinen Lackdefekten mit der nachfolgend beschriebenen Auto Lack-Pflege Kur zu Leibe rücken können.
 

Wagen waschen

Wer hätte gedacht, dass viele „Selbstpfleger“ einfache Fehler bei der Handwäsche ihres Autos machen, die z.B. dazu führen, dass dem Lack „Putzkratzer“ zugefügt werden und durch häufige Wagenwäsche der Zustand des Lackes nur „verschlimmbessert“ wird. Gerade bei schwarzem Lack sieht man dann, mit dem richtigen Blickwinkel, eine Vielzahl von kleinen Kratzern, die parallel zur Wisch-/Waschrichtung verlaufen.

Tipp Nr.1: Nicht mit dem Wasser sparen!
Am besten es werden zwei Eimer benutzt, einer für das „Waschwasser“ und ein Eimer mit klarem Wasser um die Wasch-Utensilien auszuspülen. Das Meguiar’s Grit Guard Set z.B. beinhaltet einen Wasch Eimer inkl. Gittereinsatz. Die Wasch Utensilien liegen dann auf dem Gitter im Abstand von einigen cm zum Boden des Eimers und kommen so nicht wieder mit ausgewaschenen Sandkörnchen und anderem Schmutz in Verbindung. Das Set ist sehr praktisch, aber nicht ganz billig. Alternativ könnte man es auch mit einem passend zugeschnittenen Farbabstreifgitter, wie man es vom Anstreichen her kennt, probieren.
Dem Eimer mit Waschwasser setzt man Autoshampoo zu, das ist speziell für die Fahrzeugwäsche, ist rückfettend und baut so den Wachsschutz des Lackes nicht zu stark ab. Bewährt hat sich Meguiar’s Gold Class Car Wash Shampoo & Conditioner. Besonders „sparsame“ Selbstpfleger benutzen anstatt Autoshampoo auch gerne Spülmittel – das sollte man allerdings nur dann wählen, wenn man bewusst die alte Lackkonservierung komplett entfernen will!

Tipps zur Arbeitsweise
1. Spritzen Sie den Klassiker mit dem Schlauch von oben nach unten ab, um grobe Verschmutzungen zu lösen.
2. Waschen Sie das Auto mit einem langfaserigen Waschhandschuh, der nimmt die Schmutzpartikel gut auf und gibt sie beim Ausspülen auch wieder gut ab. Anders als ein Schwamm, der behält den einmal aufgenommenen Schmutz gerne für sich. Gewöhnen Sie sich zur Sicherheit an, zwei Waschhandschuhe zu benutzen. Einen für den oberen Teil, den anderen für den unteren Teil des Fahrzeugs. Achten Sie darauf, dass sich beim Ansetzen des Waschwassers viel Schaum bildet. Der Schaum ist kein störendes Nebenprodukt, wie manch einer denken mag, der Schaum hat die maßgebliche Aufgabe die kleinen Schmutzpartikel zu binden.
3. Spülen Sie daher zügig nach der Wagenwäsche den Schaum von oben nach unten vom Lack ab. Dazu aber keinen scharfen Wasser Strahl oder Brause benutzen, sonst bilden sich viele kleine Tropfen auf dem Lack und das Wasser kann nicht großflächig ablaufen, das bedeutet Zusatzaufwand beim Abledern.
4. Abledern – Stichwort Autoleder/Fensterleder – Heute werden eher Mikrofaser Tücher empfohlen wie z.B. Meguiars Water Magnet Drying Towel – das ultimative Mikrofaser Trockentuch“, das ist schonender für den Lack sowie die „alte“ Lackkonservierung und kann obendrein auch mehr Wasser aufnehmen als ein Leder.

Lack aufbereiten

Lack reinigen nach der Grundreinigung des Autolackes. Durch den oben beschriebenen Waschvorgang haften dem Lack, insbesondere im Frontbereich, häufig noch hartnäckige Verschmutzungen an, wie z.B. Teer, Baumharz oder Insektenreste. Hierfür gibt es aus dem Pflegeprogramm von Meguiar’s eine Reinigungsknete, die im Set mit dem Detailer zum Einsatz kommt, das Meguiars Quik Clay Detailing System Die zu reinigende Lackoberfläche wird mit dem Detailer eingesprüht, die Reinigungsknete zu einer Wurst geformt und über die Verschmutzungen „geknetet“. Bei diesem Vorgang nimmt die Knete die Verschmutzungen auf, die Detailer Reste werden mit einem Poliertuch auspoliert und zurück bleibt eine sehr glatte, saubere Lackoberfläche.

Entfernen der Kratzer die sich leider im täglichen Gebrauch eines Autos kaum vermeiden lassen. Ob durch „Feindberührung“ oder eigene Unachtsamkeit. Je nach Farbe des Lackes und Tiefe des Kratzers fallen solche Beschädigungen mehr oder weniger ins Auge. Zur Beseitigung der Kratzer gibt es verschiedene Verfahren. Ganz kleine Kratzer können mit einer einfachen Politur beseitigt werden. Dazu mit Druck parallel zum Kratzer arbeiten.

Lack polieren ist nicht gleichzusetzen mit Lack konservieren oder wachsen. Hier gibt es deutliche Unterschiede. Eine Politur ist mit mehr oder weniger Schleifmitteln versetzt, die den Zweck haben, eine matte und damit raue Lackoberfläche glatt zu schleifen und damit wieder zum Glänzen zu bringen. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass dieser abrasive Vorgang die Dicke der Lackschicht reduziert. Solche Maßnahmen, insbesondere mit stark abrasiven Schleifpasten, sind mit Vorsicht zu genießen, denn irgendwann hat man den Lack durchpoliert und die Grundierung kommt zum Vorschein. Dies wird bei Youngtimern eher selten der Fall sein, bei einem 50 Jahre altem Oldtimer, bei dem die Original Lackschicht ohnehin schon recht dünn ist, besteht aber durchaus die Gefahr.

Lack konservieren

Nach der Basisarbeit, der Reinigung des Autolackes und dem Entfernen der Kratzer und anderer Schadstellen, kann mit der eigentlichen Lackpflege begonnen werden – der Konservierung des Lackes.

Lack finishen

So, das schlimmste ist geschafft, der Lack ist wieder gereinigt, die (meisten) Kratzer sind entfernt und konserviert ist die empfindliche Oberfläche auch. Wer jetzt noch nicht genug hat, der kann mit einem Finish den Glanzgrad seines Autolacks noch weiter steigern.
Ein kleiner Roadster ist schnell gewaschen und wenn noch etwas Zeit ist, wird noch etwas für das Lackfinish getan. Testkandidat ist ein Mazda MX-5 NBFL, Baujahr 2002, in Brilliantschwarz metallic. Der schwarze Lack ist ja ohnehin der, der nach der meisten Pflege verlangt. Jedes Staubkorn, jeder kleine Kratzer oder Wasserfleck fällt sofort ins Auge – aber andererseits kann man auch den begehrten „WetLook“ erzielen, mit dem ein hoher Glanzgrad einhergeht.
Zum Einsatz kommt bei diesem Lackfinish eine Probe des Meguiar’s Ultimate Quik Wax Mit dem Applikator Schwämmchen sparsam aufgetragen reicht das Pröbchen für das ganze Fahrzeug. Nach ein kurzer Trockenzeit wird das Ultimate Quik Wax mit einem langfaserigen Poliertuch auspoliert. Das Polieren bedarf eines etwas höheren Kraftaufwandes als bei der Anwendung von z.B. Meguiar’s NXT Tech Wax , was aber beim Auspolieren von Wachs ohnehin meist der Fall ist. Hinzu kommt, dass es an einem Abend Ende August schon etwas kühler ist und die Luftfeuchtigkeit langsam zunimmt.
Nach 30 Minuten Arbeit steht das Ergebnis fest und ist wirklich beeindruckend. Das Wachs hat, so hat es den Anschein, kleinste Kratzer gefüllt, die Oberfläche wirkt extrem glatt und tiefschwarz. Der verhältnismäßig geringe Aufwand hat sich wirklich gelohnt – ein tolles Ergebnis!
 
Meguiar's Lackpflege
MX-5 NBFL mit Meguiar’s Lackpflege Produkten aufgearbeitet

 

Text & Fotos: Reinhard Dutschke

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