Gründe für einen Klassiker

9 Gründe für einen Klassiker

Besucherzahlen von Oldtimer Events, wie Oldtimer Rennen, Treffen, Auktionen und Oldtimer Messen sprechen eine deutliche Sprache: Das Interesse an klassischen Automobilen wie Young- und Oldtimern nimmt von Jahr zu Jahr zu. Aber nicht jeder Fan, der zum Beispiel die Techno Classica in Essen oder den Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring besucht, kann auch selbst einen Klassiker sein Eigen nennen.
Aber warum eigentlich nicht? – Lassen Sie sich begeistern und überzeugen, die folgenden 9 guten Gründe sollten dafür genügen.

1. Viel Fahrspaß auch für wenig Geld

Es muss ja nicht ein Jaguar E-Type Roadster für 75.000 € sein, um viel Freude am Klassiker und beim Fahren mit dem Selben zu haben. Ein Austin-Healey Sprite ebenfalls ein offener Zweisitzer, ein Roadster von echtem Schrot und Korn ist schon für 7.500 €, in ordentlichem Zustand, zu haben. Der teilweise baugleiche MG Midget ist sogar noch etwas günstiger, aber beiden ist eins gemein, ihre Technik ist robust, Ersatz- und Verschleißteile sind günstig. Was heißt günstig – günstiger als die eines VW Golfs und Engpässe in der Teileversorgung gibt es in der Regel auch nicht.

2. Ein Oldi macht glücklich

Was für ein Gefühl, am 1. Mai nach 6 monatiger Winterpause die Garage wird wieder geöffnet, der das schützende CarCover vom Roadster abgenommen, die frisch geladene Batterie eingebaut und dann … Mit leicht erhöhtem Puls gleitet man hinter das Steuer und dreht den Zündschlüssel rum und dann ist der da ohne orgeln zu müssen. So schnell wie der Motor anspringt stellt sich auch das Grinsen im Gesicht des Besitzers ein. Aber wer glaubt dieses Gefühl stellt sich ja nur nach der 6 monatigen Abstinenz ein, der irrt. Unzählige Male in der viel zu kurzen Oldtimer Saison denkt man sich, während man das Steuer in den Händen hält, oder den Klassiker einfach nur betrachtett: „Wow, that’s it“ – Alles richtig gemacht!

3. Klassiker sind total angesagt

Ob Kommissare, Pastoren oder Landärzte – im TV begegnet man laufend klassischen Automobilen, sie sind immer ein Hingucker, eine Bereicherung jeder Szene und ohnehin mit einem Klassiker ist man immer gut angezogen.

4. Freude am Fahren

„Hier fährt der Chef noch selbst“ – ohne Assistenzsysteme im Six-Pack. Man weiß noch wie das Auto auf die eigenen Fahrbefehle reagiert – und was für ein Spaß, wenn man in seinem offenen Roadster in einer Spitzkehre durch einen gezielten Gasstoss das Heck kontrolliert zum Ausschwenken bewegen kann.

5. Ein Klassiker ist kommunikativ

Wer einen Oldi sein Eigen nennt, hat natürlich auch Interesse daran, sich mit Anderen, die die gleiche Leidenschaft zu diesem Fahrzeugtyp oder der Marke teilen, auszutauschen. Ein Besuch beim Oldtimer Grand Prix am Nürburgring z.B. wo sich auf den umliegenden Parkplätzen der Grand Prix Strecke zahllose Markenclubs jedes Jahr treffen, kann ein erster Einstieg in die Clubszene sein. Ob MX-5 Owners Germany, Fiat Raritäten Club, SL Pagode Club oder Porsche 911er Freunde, hier wird neben Benzin-Gesprächen so manche Freundschaft geschlossen.
Die Clubs pflegen aber nicht nur die Kommunikation rund um die Technik ihrer Lieblinge, häufig ist ebenfalls ein reges Club-Leben mit regelmäßigen Treffen, Ausfahrten und längeren Touren sowie Club-Newsletter damit verbunden.

6. Teile sind leicht zu beschaffen

Für die gängigen Oldtimer gibt es meist nur selten Engpässe in der Ersatzteilversorgung. Verschleißteile werden heute nachgefertigt, oder die Klassik Abteilungen der großen Automobilfirmen wie BMW und Mercedes halten Technik-Teile vor, die natürlich dann ihren Preis haben. Viele der typischen Reparaturbleche werden ebenfalls nachgefertigt, wobei die Qualität schwankend ist, hier sollte man sich vor dem Einkauf in den einschlägigen Foren oder bei den Clubs Rat holen.

7. Oldtimer passen nur zu Schraubern

Nein, das muss nicht sein, erleichtert aber den Umgang und die Beziehung zu unserem Liebling ungemein. Neben dem Fahren ist auch das Schrauben für viele Besitzer klassischer Automobile ein großer Spaß und Entspannung vom stressigen Arbeitsalltag. Aber es muss ja nicht gleich die Motorrevision sein, die sie sich als Eigenleistung als Ziel gesetzt haben. Die Pflege des Oldies kann sich jeder Old- oder Youngtimer-Besitzer selbst zutrauen. Oldtimerevents.de hat viele Tipps und Tricks zu dem Thema für Sie zusammengestellt. Wer sich etwas mehr zutraut, kann sich auch ruhig an die Jahresinspektion heranwagen. Dieses Arbeitspaket in Eigenregie spart viel Geld und lässt Sie ihren Wagen von Jahr zu Jahr oder von Inspektion zu Inspektion besser kennenlernen.

8. Oldi Werkstätten sind im Kommen

Keine Angst, mit einem Klassiker steht man nicht alleine da, wenn es mal ein technisches Problem gibt, eine Wartung oder Reparatur ansteht. Selbst viele Vertragswerkstätten haben schon eine Abteilung mit Expertern, die sich um die Oldtimer der Marke kümmern. Aber auch viele kleine Werkstätten spezialisieren sich mittlerer Weile auf die Wartung von klassischen Automobilen. Für die Kontaktherstellung hilft eine Internet Recherche weiter, oder natürlich gerne die Marken-Clubs.

9. Ein Klassiker als Wertanlage

Klar gibt es Klassiker, die ein solches Wertsteigerungspotential haben, dass sie als Wertanlage taugen – z.B. einige Porsche 911 Modelle, Mercedes SL Pagode u.s.w. …
Aber solche Klassiker hätte man schon vor einigen (10) Jahren kaufen müssen, um die fetten Renditen des aufkommenden Oldtimer-Booms mit nehmen zu können. Die richtigen Wertanlagen bewegen sich aber preislich in ganz anderen Kategorien. Ab ca. 100.000 € bis zu mehreren Millionen Euro sind auf Auktionen bei einigen Klassiker Modellen irrwitzige Preissprünge zu verzeichnen. Aber in diese Preisklasse steigen meist weniger die Liebhaber klassischer Automobile ein, sondern eher Anleger, denen es um reine Gewinnmaximierung geht. Dabei handelt es sich meist um Spekulanten, denen man nachsagt, dass sie nicht einen einzigen Meter mit dem Oldtimer fahren. So tauchen dann auch beim Schmökern in Auktions-Ergebnislisten hier und da alte Bekannte auf. Da war doch der Ferrari 275 GTB, der im letzten Jahr auf einer Auktion ein Traumergebnis einbrachte und der in diesem Jahr schon wieder zur Versteigerung eingeliefert wurde.

Überzeugt?

Aber wie sieht denn die Situation auf dem Oldtimer Markt für den Liebhaber klassischer Automobile mit normalem Budget aus? Große Preissprünge sind nur bei den wenigsten Modellen möglich und dann passen die realisierten absoluten Beträge auch noch in die Portokasse. Der Citroen 2CV – die klassische Ente – ist so ein Vertreter. Meist bewegen sich die Wertsteigerungen von gut erhaltenen und gepflegten Oldtimern und Youngtimern in einer Größenordnung, die von den jährlichen Unterhaltungskosten wieder aufgefressen werden.
Aber was wollen wir denn mehr – wir wollen Spaß mit dem Klassiker und wenn der auch noch annähernd kostenneutral zu bekommen ist, treibt uns auch dieser Umstand wieder das Grinsen ins Gesicht.
 

Text & Foto: Reinhard Dutschke

 

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