Alfa Romeo Spider

Probefahrt: Alfa Romeo Spider 1300

Eigentlich war es ein 2000er Spider, den wir im Sommer 1990 aufgrund einer Zeitungsanzeige kauften. Ziemlich spontan – zu spontan, wie sich in den Wochen darauf, beim ersten Werkstattbesuch zeigte. Der braune Alfa, obwohl noch ein gutes Jahr TÜV-frei war total „rott“. Der Schrauber meines Vertrauens, hätte ich ihn mal vorher gefragt, stellte für mich nachvollziebar, umfassende Schweißarbeiten in Aussicht. Lange Rede kurzer Sinn: Wir haben unsere Neuerwerbung schweren Herzens bei ihm in Zahlung gegen einen roten 77er 1300er Junior gegeben.

Aber auch mit dem roten Junior konnten meine Frau und ich uns spontan anfreunden, er war gut im Lack, hatte zwei Jahre TÜV und war, so versicherte mir der Schrauber, rundrum gesund. Das zeigte sich auch in den folgenden Jahren. Wir genossen die Sommer mit tollen Ausfahrten und Touren. Aber wenn wir uns aus dem meist flachen Ruhrgebiet Richtung Bergisches Land aufgemacht hatten, machte der kleine 1300er seinem Beinamen alle Ehre. Er war am Berg nun wirklich ein „Junior“. Jeder bessere Hügel verlangte nach fleissiger Schaltarbeit und in engen zügig gefahrenen Kurven vermisste man schon etwas Seitenhalt der original Sitze. In den Folgejahren ließen wir die Sitze neu aufpolstern und beledern, war etwas den Sitzkomfort zuträglich war.
Aber es macht einfach Spaß mit dem Alfa Spider zu cruisen, das große Dreispeichen Holzlenkrad in den Händen, mit dem langen Schalthebel im Getriebe „rühren“ und dabei cool den Ellenbogen auf der Tür abgelegt, wirkt entschleunigend und versetzt einen in eine andere Epoche des Autofahrens. Aber wird man z.B. durch eine rote Ampel aus seinen Träumen gerissen packen die 4 Scheibenbremsen ordentlich zu und verzögern mit zeitgemäßem Bremsweg.

 
Aber in den letzten Jahren fiel mir immer mehr ein schwammiges Fahrverhalten aus dem Bereich der Hinterachse auf, was ich nicht so richtig einordnen konnte, da die Stoßdämpfer noch o.k. waren.
Inzwischen weiß ich, wo durch das bedingt ist – Rostschäden haben den Hinterwagen „weich“ werden lassen.

Rost ist natürlich bei einem Oldtimer aus Italien immer ein Thema. Bei einer im Frühjahr 2012 durchgeführten genaueren Untersuchung unseres Alfa’s haben sich erhebliche, verdeckte Rostschäden gezeigt, die uns jetzt veranlasst haben, den Spider zu restaurieren.

Sicher gibt es zuverlässigere Autos, aber wenn man einmal sein automobiles Herz an einen Alfa verloren hat, bleibt man immer Alfisti!

 
Unsere Wertung: *** 3 von 5 Sternen
Autor: Boris Hinnerkott

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